Eine Packung Gnocchi liegt in fast jedem Vorratsschrank. Sie halten wochenlang, kosten wenig und sind in wenigen Minuten fertig. Trotzdem landen sie meistens im kochenden Wasser, schwimmen nach oben und kommen etwas weich und blass auf den Teller. Dabei steckt in den kleinen Kartoffelklößchen viel mehr – wenn man sie richtig behandelt.
Was sind Gnocchi?
Gnocchi sind italienische Klößchen, meistens aus Kartoffeln und Mehl, manchmal mit Ei oder Grieß. Der Name kommt vermutlich vom italienischen nocchio, einem Knoten im Holz – ziemlich passend für die kleinen, gerillten Teigstücke. In Italien gelten sie nicht als Nudeln, sondern als eigene Kategorie: ein primo piatto, also ein erster Gang wie Pasta oder Risotto.
Die Gnocchi aus dem Supermarkt sind bereits vorgegart. Darum sind sie so schnell fertig – und darum muss man sie auch gar nicht kochen.
Der Gnocchi-Trick: Direkt in die Pfanne
Gnocchi aus der Packung kann man i.d.R. direkt, ohne Vorkochen, in die Pfanne geben. In etwas Öl und bei mittlerer Hitze werden sie in wenigen Minuten außen goldbraun und knusprig, innen bleiben sie weich. Das ist der Unterschied zwischen „ganz nett“ und „Lieblingsessen“.
Drei Dinge helfen dabei:
Platz in der Pfanne. Liegen die Gnocchi übereinander, dämpfen sie mehr, als dass sie braten. Lieber eine große Pfanne nehmen oder in zwei Durchgängen braten.
Geduld. Die Gnocchi erst einmal liegen lassen, bis sie unten Farbe bekommen, und dann wenden. Wer ständig rührt, bekommt keine Kruste.
Sauce zum Schluss. Wenn eine Sauce dazukommt, dann erst, wenn die Gnocchi gebräunt sind. So bleibt außen ein bisschen Biss, auch wenn sie in Sahne oder Tomate schwimmen.
Gnocchi aus der Pfanne
Die einfachste Variante kommt mit ganz wenigen Zutaten aus: Paprika scharf anbraten, rote Zwiebeln und Gnocchi dazu, zum Schluss etwas Tomatenmark anrösten und mit einem Schluck Wasser ablöschen. In gut zwanzig Minuten steht das auf dem Tisch:
Etwas mehr Zeit, aber kaum mehr Arbeit braucht die Version mit karamellisierten Zwiebeln. Die Zwiebeln braten langsam, bis sie weich und süß sind, und bekommen einen Schuss Balsamico. Die Gnocchi werden in derselben Pfanne gebräunt und mit einer cremigen Sauce mit Rosmarin und Thymian vollendet:
Gnocchi aus dem Ofen
Auch der Backofen kann Gnocchi. Für den Auflauf wandern sie sogar ungekocht in die Form – die Sahnesauce, in der sie im Ofen garen, macht sie weich, oben bekommen sie unter Mozzarella und Parmesan Farbe. Ein typisches Feierabendessen: Alles schnippeln, alles in die Form, den Rest erledigt der Ofen:
Im Herbst ist Kürbis der perfekte Partner. Hokkaido-Spalten werden mit einem Gewürzöl im Ofen gebacken, während die Gnocchi in der Pfanne knusprig werden. Dazu ein Schmand-Dip mit Zitrone und Petersilie, der das Ganze frisch hält:
Gnocchi im Wochenplan
Weil Gnocchi aus der Packung so lange halten, sind sie ideal für den Wochenplan: Man kann sie gleich mit einkaufen und braucht sie erst am Freitag. Geöffnet sollte man sie allerdings zügig verbrauchen. Fertig gekochte Gnocchi-Gerichte halten sich im Kühlschrank meist zwei bis drei Tage – der Auflauf lässt sich deshalb auch gut vorbereiten.
Zwei unserer Gnocchi-Rezepte stecken auch in fertigen Plänen. Für einen Hokkaido zu zweit:
Und für alle, die sich einmal Arbeit machen und dann mehrere Tage etwas davon haben wollen:
